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Pascal Gabriel
Kopfhoch

3. Was du nicht lebst, lässt dich nicht leben

By 2. Oktober 2019No Comments

Du bist glücklich geboren. Deine Natur ist Glück. Babies brauchen keine Therapie. Unweigerlich wirst du jedoch in der Welt ein Trauma nach dem anderen erleben. Ganz einfach, weil du positive und negative Erfahrungen machen musst, um den Unterschied zu kennen. Anforderungen, Erwartungen, Gebote und Verbote – alles, was deine Entwicklung unterdrückt, wird zum unbewussten Teil, der auch leben will.

Die negativen Aspekte deiner Persönlichkeit sind diejenigen, die du ablehnst, obwohl sie durch deine Erfahrung ein Teil von dir geworden sind. Sie sind sozial unerwünschte Bedürfnisse, unterdrückte Züge, ungeliebte Anteile deiner unbewussten Persönlichkeit. Diese Traumata werden zu deinem Schatten, dem dunklen Aspekt deiner Persönlichkeit.

Wenn du deinen Schatten nicht zum Ausdruck bringst, bringt er sich selbst zum Ausdruck. Dann wird dein Leben immer wieder von negativen Anteilen dominiert. Du betrügst Partner, schmeißt den Job hin, lebst einsam in einer Höhle, klaust Oma Gretel 10 Euro. Was auch immer dein Leben dominiert, ist etwas, das Macht über dich hat, bis du ihm die Macht nimmst. Bis du Wut, Scham, Schuld, Trauer und alle weiteren Dämonen zum Ausdruck bringst. Dadurch wird jede Form von Selbstausdruck zu einer Verantwortung vor dir selbst. Der Grad deiner Freiheit bemisst sich an deinem Mut, unangenehme Gefühle zu fühlen und zu verdauen.

Die Kehrseite deine Schattens ist zudem dein unbewusstes, stärkstes Talent. Wenn du die Kehrseite deiner Medaille verstehst, kannst du Wut nutzen, um andere zu motivieren, Einsamkeit nutzen, um Menschen zusammen zu bringen, Scham nutzen, um andere offener zu machen.

Wenn du lebst, was du vorher nicht gelebt hast, passieren gleich zwei Dinge: Du und andere werden glücklich, wie Babies, die keine Therapie brauchen.