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Pascal Gabriel
Kopfhoch

6. Schwimmst du gerne in der Scheiße?

By 5. Oktober 2019No Comments

Meistens behandeln wir den aktuellen Moment als etwas, das es zu überwinden gilt. Ein unsichtbarer Widersacher, gegen den wir unsere Energie aufbringen. Der blöde Kollege, die verdammte Steuer, diese elenden Eltern.

Der Kampf mit den Umständen ist nicht selten ein Festhalten an den Widerständen. Ein großer Teil in dir will, was du hasst. Was Aufmerksamkeit erhält, bleibt. Scheiß Arbeit. Scheiß Leben. Bleibt.

Und das Leben, das wir wirklich leben könnten? Davor haben die meisten Angst. Da ist es besser, sich täglich mit Kleinigkeiten beschäftigt zu halten, um das unangenehme Gefühl der Freiheit nicht riskieren zu müssen. Dann kann der Kampf weiter gehen und man kann sich beklagen, dass alles beim Alten bleibt.  „Ich versuche es ja.“

Lebensstile sind nicht selten das Ergebnis von Verstrickungen in neurotische Lebensweisen von früher. Steckst du in der Scheiße, weil du dort schwimmen gelernt hast? Was passiert eigentlich, wenn alle deine Probleme mal enden? Es ist leichter, in der Scheiße zu schwimmen, wenn du dadurch wenigstens weißt, wer du bist.