0
Pascal Gabriel
Brustraus

33. Positives Denken ist für negative Leute

By 1. November 2019No Comments

 

Wir alle sind mit der Idee der Veränderung beschäftigt. Wir alle haben die Annahme, dass wir von manchen Dingen mehr, von manchen Dingen weniger haben sollten. Der Kampf gegen uns selbst ist eine einzige Energieverschwendung gegen das, was schon so ist.

„Ich sollte sportlicher sein. Ich sollte mehr schlafen. Ich sollte positiver denken.“

Das Problem mit solchen Ideen ist das Rückwärtsgesetz. Wer sportlicher sein sollte, bekennt sich zur Faulheit. Wer mehr schlafen sollte, hat schon Schlafprobleme. Wer positiver denken sollte, denkt schon negativ. Jeder Versuch der vorsätzlichen Veränderung erzeugt Gegenkräfte in uns, die uns vor genau der Veränderung abhalten. Änderung findet von selbst statt, wenn ich annehmen kann, was ich schon bin und zulassen kann, was sein will.

Das ist das Paradoxe des Wandels. Was du willentlich ändern willst, dem gibst du mehr Aufmerksamkeit. Erst dadurch gewinnt es das Gewicht, das auf deinen Schultern immer schwerer wird.

Das, was ist, zu akzeptieren, ist die beste Intervention für die eigene Paradoxie. Wer auf der Bühne steht und sich als nervös bekennt, hat keine Nervosität mehr zu verstecken. Wer sich zu seiner Faulheit bekennt, kann leichter Sport machen. Wer zugibt, manchmal negativ zu sein, macht den ersten positiven Schritt.