Ein Leben lang Freiheit lernen


Seit 10 Tagen bereise ich nun Südafrika. Zehn Tage, in denen die Welt der Glaubenssätze meiner Arbeit auf der Südhalbkugel ordentlich auf den Kopf gestellt werden. Über Johannesburg bis Coffeebay waren meine Aufenthalte mit jeweils maximal 2 Nächten an einem Ort ein ständiger Roadtrip mit dem Laptop auf dem Schoß. Maximal 2 Stunden Arbeit und ab zum nächsten Ort.

Es ist das zweite Mal in meiner Selbständigkeit, dass ich für einen ganzen Monat den „Digitalnomaden Lifestyle“ teste und mein Büro gegen die Welt da draußen tausche. Seit vier Jahren treibt mich eine Frage im Business umher:

Wenn ich weiß, wie ich leben will, warum kann ich dann nicht auch so arbeiten?

Diese Reise ist das erste mal in meinem Arbeitsleben, wo ich ein funktionierendes System geschaffen habe, das mich reisen lässt, ohne unternehmerischen Nachteil. Ohne, dass mit meiner Abwesenheit die Zeituhr stoppt und kein Geld mehr fließt. Ohne, dass eine Abwesenheitsnotiz meine Arbeit auf den Monat danach anstauen lässt. Ich habe nicht das System zur schnellen Million, zu Autos, Villen, oder der Frührente erfunden – ich habe ein System geschaffen, das mich leben lässt.

Was versprechen wir uns von den Schlagern der Woche, von Reichtum, dem großen Business, den Millionen? Letztendlich ein Leben in Freiheit, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, das wir immer eigentlich jetzt schon haben können. Denn dazu benötigt niemand mehr als den Traum, welches Leben er leben will und das Wissen, was es dazu braucht. Wenn die primäre Antwort darauf „Freiheit“ ist, dann sind die Umstände um das Geldverdienen nur noch Weichenstellungen, die sich jeder mühelos einrichten kann.

Die Frage, „was es dazu braucht“ ist schnell geklärt:

  • Wie viel Geld benötige ich für diesen Lebensentwurf im Monat?
  • Wie viel Zeit will ich unterwegs mit meiner Tätigkeit verbringen?
  • Welche Umstände muss ich schaffen, damit ich es mir ermögliche?

„Damit ich es mir ermögliche“ ist der springende Punkt. Denn eine gelernte Arbeitsweise ist immer auch eine Gewohnheit. Ich behaupte, dass die meisten Menschen so arbeiten, wie sie arbeiten, weil es „jeder“ so tut. Das klingt fies, aber prüfe ein mal selbst, wo deine nicht hinterfragten „Arbeitsstandards“ her kommen. Wie, wann und von wem hast Du gelernt, „wie Arbeit funktioniert“? Dass Zeit Geld ist, Fleiß und Disziplin zum Wohlstand führen und Haus, Auto, Urlaub das gute Leben sind, sind keine Weisheiten, die Deiner Erfahrung entstammen, sondern Ideen einer konsumorientierten (Arbeits)Welt, die heute, so, nur noch in den eingeschliffenen Denkweisen von Konzernen und Sicherheitsdenkern existiert.

Die digitalen Gegebenheiten ermöglichen es grundsätzlich jedem, die Welt seiner Arbeitsweise radikal zu verändern und zu befreien. Weniger arbeiten, freier arbeiten, ortsungebunden arbeiten. Der neue Reichtum ist nicht mehr Geld, sondern Zeit. Geld ist immer nur ein Mittel zum Zweck – zu Zeit, Freiheit, Genuss, Leben.

Wie kann es sein, dass ich Zeit opfern muss, um Leben zu erhalten, wo ich doch immer schon am Leben bin?

Die Regeln der Arbeit schreiben sich seit 10 Jahren neu. Überall sind digitale Nomaden, Freelancer und Freidenker, die ihre Arbeit nicht mehr aus der Gleichung des Lebens als den ungewünschten Teil ausklammern, sondern als Ganzes integrieren. Sie haben erkannt, dass sie in Freiheit mit ihrem Wissen WERTVOLL SIND, und nicht erst WERT SCHAFFEN müssen, um danach frei sein zu dürfen.

In 20 Jahren wird sich die Welt der Arbeit so stark gewandelt haben, dass wir uns wundern werden, warum wir nicht schon die ganze Zeit so gelebt haben. Feste Arbeitsplätze und Vollzeitmodelle werden dann nur noch Rahmenumstände sein, die von Minderheiten erarbeiten werden. Die meisten von uns werden für Spezialisierung und Expertise in Projektzyklen arbeiten oder aber für die Arbeitswelt überflüssig sein und ein Grundeinkommen empfangen. Dann sind aber 20 Jahre später – warum warten?

Was uns heute davor zurückhält, frei zu leben, ist irrational und selbtslimitiert. Wir hängen einen Wunsch nach konstanter Sicherheit nach und geben dafür Freiheit in Form von Lebendigkeit auf und wundern uns auf dem Totenbett, warum die Rechnung des Lebens für uns nie aufgegangen ist. Warum das Hamsterrad von innen die optische Täuschung einer Karriereleiter war. Warum die Ideen des genormten Sozialbürgertums nicht unser persönliches Glück ermöglicht haben.

Unzufriedenheit bei der Arbeit ist aus meiner Sicht nicht das Resultat von falscher Arbeit, sondern falschem Leben. Keiner ist von seiner Arbeit überfordert – wir überfordern uns selbst im Kampf mit inneren Widerständen gegen die falsche Arbeitsweise. Wenn mir das passiert, finde ich mich müde, unmotiviert und unkreativ innerhalb meiner sicheren vier Wände wieder. Unmöglich, große Gedanken zu fassen, weil sie erst gar nicht durch die Eingangstür passen.

Jetzt gerade sehe ich den Sonnenaufgang an der Coffeebay, während ich in einem Pop-Up Camp 10 Meter vom Meer entfernt in meinem Zelt sitze. Dieser Artikel hat sich wie von selbst über Nacht in meinem Kopf zusammen gebaut.

Kreativität und Ideen, die mich befreien, finde ich immer an Orten, an denen ich mich frei fühle.

Reisen, das verstehen wir oft nur als eine Art Bonusprogramm des Lebens. Je fleißiger ich bin, umso mehr, teurer oder exotischer darf ich reisen. Das Diktat des fleißigen Bürgertums, das wir über Generationen gelernt haben, bestimmt in weiten Teilen immer noch unser Leben. Und es ist das Gegenteil von Lebendigkeit. Arbeit ist für viele Alltag. Eine geschlossene Welt, die Wiederholung des Gewohnten.

Reisen ist die Öffnung meiner Gedanken, zu Kreativität, zur Seele der Welt, der Welt meiner Seele.
Reisen sollte das Leben sein. Die Arbeit? Nur das Bonusprogramm.

Ich glaube, dass das, was natürlich dir entspringt, so gut ist, dass es dein Leben tragen kann. Nur wenn wir falsch arbeiten, fühlt sich das was wir tun überhaupt wie Arbeit an. Wie wäre es, deine Konzepte der Arbeitswelt auf den Kopf zu stellen? Wie wäre es, deine Arbeitsweise so in Frage zu stellen und danach das neue Ziel so zu definieren, dass es nicht mehr nicht erreichbar wird?

Aktuell plane ich ein neues Format, das genau das macht. In einem Experiment möchte ich heraus finden, ob eine Gruppe von „neuen Nomaden“ es schaffen kann, sich gruppendynamisch gegenseitig und gemeinsam zu ermöglichen, innerhalb von 6 Monaten alle Weichenstellungen so gelegt zu haben, dass im Dezember der letzte Bodenkontakt in Deutschland die Räder des Flugzeugs sind, die für 4 Wochen auf einen anderen Kontinent in die Freiheit abheben.

„Primal Working“ oder „Riding the wave“ oder wie auch immer – es wird darum gehen, den Testpilot des digitalen Nomadentums zu beschließen, die Umstände zu schaffen und die Arbeitsweise so einzurichten, um den Traum determiniert zu leben.

Auch wenn Du es vielleicht gerade nicht glauben kannst – wie könnte ich die Idee nicht vertreten, wo ich doch genau diese Realität gerade vor meinem Zelteingang sehe?

Diese Reise ist das Leben wert.

 

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