Die einzige Person, die Dich nicht sieht, bist Du selbst.

Über den Wert von Coaching und Therapie und warum ich 99.999 Euro von Dir will.

Viele Leute sind überrascht wenn ich ihnen sage, dass ich circa 2 Mal im Monat zum Therapeuten gehe.

„Bist Du irgendwie kaputt oder so?“

Okay, das ist nich wirklich die Frage, die zurück kommt. Unterschwellig aber irgendwie doch – mit mir muss ja was nicht stimmen, wenn ich so viel Hilfe brauche.

Aus diesem Grund schreibe ich heute einen Artikel über den Wert von Coaching und Therapie. Ich glaube nämlich, dass es keinen einzigen erfolgreichen, echten, authentischen und voll lebendigen Menschen gibt, der nicht in irgendeiner Form Coaching, Therapie oder eine andere Form von „Mentoring“ oder psychologischer Beratung nutzt oder genutzt hat, um die Möglichkeiten außerhalb seiner Welt wahrnehmen zu können.

Leben wir in der gleichen Welt?

Wir alle haben „unsere Welt“ von der wir glauben, dass sie jeder so sehen muss wie wir – schließlich sehe ich sie ja genau so, wie ich sie sehe, oder? Das ist spannend, wenn Du dir überlegst, dass die „Welt da draußen“ tatsächlich über deine Sinne aufgenommen und in deinem Gehirn zu einem Ganzen zusammen gebaut wird. Das würde heißen, dass es keine Welt „da draußen“ gibt, sondern du sie erschaffst, in Deinem Gehirn. Und gerade weil ich nur wahrnehmen kann, was ich wahrnehme, habe ich keine Ahnung ob mein Gegenüber das exakt gleiche wahrnimmt.

Alles, was wir für diesen Abgleich haben ist unsere Sprache. Nur, dass Worte eine schlechte Übersetzung von Sinneseindrücken sind. Selbst wenn wir übereinstimmen, dass dieser Baum da vorne grün ist, haben wir eine Übereinkunft ohne die Möglichkeit zur Überprüfung, ob Du die Farbe Grün genau so wahrnimmst, wie ich grün wahrnehme. Mein Grün könnte faktisch Dein Blau sein, ohne dass Du es jemals erfährst, denn ich weiß nicht ob Du vielleicht das blau siehst, was ich grün sehe.

Mein Gegenüber erschafft seine Welt genau so, wie ich meine Welt erschaffe. Man könnte sagen, es gibt Milliarden von subjektiven Welten und keiner weiß, wie die objektive Welt wirklich aussieht.

Aktuelle Studien zufolge ist das, was wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen ungefähr ein billionstel (1/1.000.000.000.000) von den Informationen, die es tatsächlich um uns herum gibt. Alleine eine Biene sieht durch ihre Sinne ein sehr viel größeres Spektrum an Farben, die für uns schlichtweg unsichtbar sind. Trotzdem glauben wir oft große Generalisierungen über die Welt und das Leben treffen zu können, wenn wir darüber reden, „wie das Leben/die Welt so ist“.

Siehst Du, was sein könnte?

Wenn Du mir erzählst, wie die Welt ist, bezieht sich das nicht nur auf die Möglichkeiten Deiner Sinnesorgane (die sind uns allen gleich), sondern auf das Spektrum der Erlebnisse, auf denen Dein Weltbild basiert. Wenn Deine Erlebnisse genau so individuell sind wie Dein Leben – wie könnten dann Deine Annahmen und Aussagen über die Welt vollständig oder zumindest gleich zu meinen sein?

Mit anderen Worten, fällt Deine Fähigkeit die Welt und das Leben, an deinen objektiven Möglichkeiten gemessen, korrekt zu sehen, zurück auf die Erlebnisse, die Du bis hier hin gesammelt hast. Damit sind Erlebnisse außerhalb Deiner Kontrolle gemeint, denn nur diese bergen Referenzen und Wissen für Dich, das Dir vor dem Erlebnis nicht zugänglich war. Als Kind mussten wir ständig solche Erlebnisse haben, denn die ganze Welt um uns herum war außerhalb unserer Kontrolle.

Je weniger Erlebnisse du auf deinem Weg nach der Kindheit gesammelt hast, umso mehr basiert dein heutiges Erleben auf alten Dogmen und Glaubensmustern. Kollektive Glaubenssysteme, die über Jahrhunderte und Jahrtausende gelebt wurden, sind das, was wir Kultur nennen. Je weniger persönliche, intime, überwältigende und überraschende Erlebnisse Du außerhalb Deiner persönlichen Kontrolle hattest, umso mehr fährt Dein Leben auf den komfortabel eingerichteten Schienen bestehender Glaubenssysteme, die Du von Eltern, Lehrern und Vormündern ungefiltert als Deine Welt übernommen hast. Dann lebst Du ohne zu reflektieren, und glaubst die Dinge, die „man halt so glaubt“ – dass es wichtig ist reich und anerkannt zu sein, ein gutes Selbstbild über sich zu haben, immer höflich zu sein und deinen Nächsten zu lieben, und so weiter.

Mit dem Nachteil, dass Du dadurch ein Blaupause für das Leben übernommen hast, von der Du glaubst, dass „das Leben genau so sein müsste“ – und genau so enttäuscht, wütend und depressiv darüber bist, wenn es nicht so ist. Das ist die Definition von Neurose selbst: die Welt anders haben wollen, als sie jetzt gerade ist. Das gilt das nicht nur für Umstände, sondern auch für Menschen. Mit diesem Widerstand laufen viele viele viele durch die Welt und können nicht fassen, wie Maxi sich nur so entscheiden konnte, wie Lisa nur so ignorant sein kann und dass „dieses Verhalten“ ja gar nicht geht… Wir alle können uns von dieser Kultur nicht lösen – wir sind in sie hinein geboren, und dadurch ist der ständige Konflikt von „ist“ versus „sollte“ unumgänglich.

Wir haben Ideen, wie andere leben und wie die Dinge sein sollten und sind im Widerstand, wenn diese Umstände außerhalb unserer Beeinflussung sind. Wir wünschen uns „normale“ Leute, statt „diese Verrückten“, weil „normal“ unserer Eigenwahrnehmung entspricht – unsere Neurose wird so eng, dass wir am liebsten nur noch uns selbst als Gegenüber hätten. Das ist das Rezept für ein dumpfes, sinnloses und normalisiertes Leben.

Das normale Leben ist ein Schnäppchen

Allgemein finde ich ja, ist es ganz leicht, ein bedeutungsloses, normales Durchschnittsleben zu führen. Das Prinzip „Geboren werden – Rechnungen bezahlen – sterben gehen“ steht jedem offen, der normal Leben will. Ab und zu einen Urlaub, dazwischen die Schlager der Woche leben, von Heiraten bis Schrebergarten. Nur nicht zu große Wellen machen. Immer schön wie Papa sagt.

„Es muss ja auch noch normale Menschen geben“.

Das alles liegt nicht nur im Bereich Deiner Möglichkeiten – Du hast es bereits. Dieses Durchschnittsleben benötigt keine großen Anstrengungen. Man könnte sagen, das ist der Standardentwurf des Lebens. Hier und da gibt es zwar Ausreißer, aber alles in allem ist das das Sparpaket der Lebensentwürfe, wie der Volkscomputer von Aldi. Ein bisschen Spannung, etwas Drama und am Ende geht alles gut – Soap Opera des Lebens.

Alles, was außerhalb dieser Realitäten liegt, benötigt den Blick von außen. Nur wenn Du hungrig auf mehr bist, das Gefühl hast, dass das Leben für dich mehr beinhalten sollte, dass Dein Potential größer ist als der aktuell gelebte Ausschnitt, dann bist Du auf der Suche nach dem Mehr (Geld, Anerkennung, Liebe, Tiefe, Sinn, Erfüllung, mehr Leben…).

An diesem Punkt stößt Du an die Grenze Deiner eigenen Welt. Denn was Du dir ausdenken kannst, welche neuen Gewohnheiten Du bräuchtest und was Du ändern könntest, liegt immer noch innerhalb Deiner eigenen Grenzen der Machbarkeit. Deine Wahrnehmung und Abstraktionen sind limitiert auf Deine Erlebnisse und Erfahrungen, und die kannst Du nicht wie Bonuspunkte einfach dazu kaufen.

Der Wert von Therapie und Coaching

Wenn ich meine berufliche und persönliche Entwicklung der letzten Jahre zusammen fassen müsste, würde ich sagen: Die Arbeit an mir selbst hat mir geholfen, eine realistischere Sicht auf irrationale Menschen zu erhalten und meine Kommunikation auf diese auszurichten. Statt dem Wunsch, dass die Welt sich doch nur an mich anpassen sollte, entstand der Wille, meine Ziele mit den Gegebenheiten der Umstände abzugleichen und auf eine Spur zu bringen. Dadurch arbeite ich nicht mehr gegen Umstände, die so sind, sondern mit den Umständen, angepasst auf meine Ziele und Bedürfnisse.

Man könnte sagen, dass ich mit objektiveren Linsen auf die Realität meine subjektiven Handlungsmöglichkeiten erst richtig erkenne.

Und das ist der Wert dieser Arbeit: Die Freiheit zu tun was ich will, ohne die Limitierungen und Generalisierungen, die es nur in meinem Kopf gibt.

Das schwierige an diesem Text ist, dass Du ohne diese Erfahrung gemacht zu haben zwar diesen Text lesen kannst, das Lesen alleine Dich jedoch nicht handlungsfähig macht. Wie alles, was echtes Wissen ausmacht, ist nicht das Verstehen, sondern das erlebte Begreifen die maßgebliche Referenz. Denn bewusst reflektiert kann alles Sinn machen, was Dir jedoch nicht hilft, wenn Du weiterhin unbewusst noch das Gegenteil davon tust.

Denn wenn Du unbewusst bist (was wir alle die meiste Zeit sind), lebst Du nach Deinen gewohnten und automatisierten Denkmustern. Ein Gedanke ist nichts, was du abwägen kannst, bevor er in Dein Bewusstsein kommt. Du kannst einen Gedanken erst denken, wenn er gedacht ist. So ist es mit jeder Idee, Entscheidung und jedem Impuls. Du glaubst vielleicht, Du hast eine Wahl, weißt aber erst nach der Wahl, dass Du eine andere Wahl gehabt hättest.

Nur ein Gegenüber das ohne Wertung und eigene persönlichen Agenda Dir zeigen kann, was Du unbewusst tust, schafft Dir den Raum, es bewusst zu erkennen und zu verändern. Du kannst das nicht ohne ein Gegenüber, ohne den Schöpfer einer anderen Welt, mit dem Du über die Schöpfung sprechen und Dich abgleichen kannst. Und genau das ist der unbeschreibliche Wert von Therapie und gutem Coaching. Es ermöglicht Dir deine limitierten Denk- und Lebensmuster zu erkennen und bewusst zu verändern.

Dadurch erhältst Du die Möglichkeit, Dein ganzes Leben bewusst zu gestalten, statt in die Ritzen des „genormten Bürgertums“ zu fallen. Wenn Du das eine Weile gemacht hast, kommt Dir dein altes Leben nur noch wie ein schlechtes Schauspiel deiner eigenen Limitierungen vor. Dann erkennst Du, dass die Anstrengungen in die gegebene Kultur zu passen, nur kollektive Muster von Angst waren, die dich klein halten sollen. Dann bewunderst Du nicht mehr Künstler auf der Bühne oder im Museum und reaffirmierst Dir ein normales Leben, weil der Künstler da oben eben nicht normal war. Dann erkennst Du Deine eigenen Möglichkeiten zur Freiheit und schaffst Dir den Weg auf die Bühne. Dann weißt Du, dass ein anderer eine Welt schöpft, die auch Du schöpfen kannst.

Die Investition Deines Lebens

Coaching oder Therapie oder beides zusammen ist aus meiner Sicht die wichtigste Investition Deines Lebens. Was glaubst Du, macht Dich auf Dauer zu einer glücklicheren Person: 1.000 Euro für 1 Woche Urlaub oder 1.000 Euro für 5 Stunden Coaching? 60.000 Euro für ein neues Auto oder 20.000 Euro für ein Jahr lebensverändernde Begleitung durch einen Therapeuten? Entscheidend für mich ist diese Tatsache: Die Woche Urlaub vergeht, das Auto ist irgendwann alt. Da ist das Glück zwar schnell da, aber auch schnell wieder weg (und was Neues muss her). Die Erfahrungen und Erlebnisse im und nach dem Coaching, bleiben für immer. In Dir.

Die wichtigere Investition fließt meiner Meinung nach immer proaktiv in das Wachstum der Persönlichkeit, statt in ein Image, das ich auf Kosten meiner Persönlichkeit aufrecht halten muss.

Gerade eben habe ich einen weiteren Workshop in Gestalttherapie, Psychotherapie und Coaching gebucht. Allgemein habe ich in den letzten 2 Jahren für Ausbildung, Weiterbildung, Therapie und Coaching mindestens 25.000 Euro ausgegeben – ca. 8.000 EUR davon alleine für Eigentherapie und Coaching.

Ich muss wirklich sehr kaputt sein. Aber ich glaube, dass sie mindestens 1.000.000 Euro Wert waren. Unendlich wertvoll, wenn ich ehrlich bin. Denn nur durch sie bin ich heute der, der ich bin, mit dem, was ich weiß und kann.

Was investierst Du in Dein Sein? Welchen Preis bist Du bereit zu bezahlen? Was ist Dir das volle, selbstbestimmte und lebendige Leben wert? Das sind Fragen, die Du Dir stellen kannst, wenn Du kein „normales“ Leben führen möchtest.

Ob Du sie dir jedoch stellen solltest, hängt von einer anderen Qualität ab. Ich mache in Coaching hierzu oft einen 3 Sekunden Persönlichkeitstest. Hier ist er für Dich:

„Wenn ich es Dir ermögliche,
dass Du innerhalb von einem Jahr
die Fähigkeit hast,
100.000 Euro
mit Deiner Selbständigkeit
zu verdienen,
würdest Du mir dafür
99.999 Euro bezahlen?“

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